Global Matters

Wie digitaler Zahlungsverkehr nachhaltiges Wirtschaftswachstum unterstützt

Charlotte Hogg, Visa’s CEO in Europa, über drei Strategien, wie nachhaltiges Wachstum durch eine Partnerschaft mit Visa gefördert werden kann.

By Charlotte Hogg, Visa’s CEO in Europa

January 31,2020 10:48 AM Eastern Time
Progress

Vor fünf Jahren willigten alle Mitglieder der Vereinigten Nationen ein, mit dem Privatsektor zu kooperieren, um die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Wir sind ein globales Zahlungsnetzwerk, das mit seiner Infrastruktur in 200 Ländern und Regionen tätig ist. Deshalb können wir eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung spielen. Und so könnte das aussehen:

1. Nachhaltige Städte und Gemeinden

Dem UN-Bevölkerungsbericht 2018 zufolge könnte die zunehmende Urbanisierung dazu führen, dass bis 2050 weitere 2,5 Milliarden Menschen in den städtischen Zentren leben – wobei 90 % dieses Anstiegs in Asien und Afrika zu erwarten ist.

Bis 2030 wird es weltweit voraussichtlich 43 Städte mit einer Bevölkerungszahl von mehr als 10 Millionen Menschen geben. Die Ergebnisse dieses Wachstums könnten verheerende Folgen für das Wohl unserer Städte haben. Bis 2040 wird der Verkehr vermutlich ein Drittel der globalen Emissionen ausmachen. Eine intensivere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel könnte diese Situation entlasten. Für die Wirtschaft einer Stadt wird es entscheidend sein, Pendlern eine nahtlose, schnelle und effiziente Reise zu ermöglichen. Eine übersichtliche Infrastruktur wird aber auch für den Tourismus notwendig sein. Besucher sollten sich unkompliziert innerhalb einer Stadt bewegen können. 

Digitale Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten können über offene Netzwerke abgewickelt werden. Sie basieren auf globalen Akzeptanzstandards und können den Städten helfen, alle Verkehrsmittel miteinander zu verbinden. Das gilt für Busse, Züge, U-Bahnen und Mitfahrgelegenheiten, aber auch für Mautgebühren, Brücken, Parkplätze und Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Auf dieser Grundlage können digitale Zahlungen den Städten auch die nötigen Informationen liefern, um der steigenden Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln nachzukommen. Das Ergebnis wären weniger Staus und somit ein angenehmerer Alltag für Millionen von Einwohnern. Zudem liefern digitale Bezahlmöglichkeiten den Verkehrsbetreibern entscheidende Informationen über ihre Fahrgäste. Daraus können sie zum Beispiel erkennen, welche Nationalitäten ihre Stadt am häufigsten besuchen und welche Sprachen sie sprechen. Sie helfen ihnen auch bei der Routenplanung und bei sinnvollen Investitionen in die Infrastruktur. Wir sehen beispielsweise einige Hinweise darauf, dass Ladestationen für Elektrofahrzeuge in der Nähe von Geschäften oder in Ballungszentren das Wirtschaftswachstum in diesen Gebieten unterstützen.

Für einen positiven Wandel ist jedoch ein funktionierendes Ökosystem notwendig. Schon heute haben wir gute Beispiele für gelungene Kooperationen: Etwa London, New York und Hongkong sind solche Ballungsräume, in denen die Partnerschaft zwischen lokalen Behörden, Banken und offenen Zahlungsnetzwerken ein nachhaltiges Wachstum unterstützt. Dieses Zusammenwirken ermöglicht bereits Millionen von Touristen und Pendlern eine nahtlose Reise. 

2. Geschlechtergleichheit

Frauen treiben die Wirtschaft auf der ganzen Welt voran. Sie geben Inspiration und haben einen starken Impact – ob als Geschäftsinhaberinnen oder Unternehmerinnen. Und dennoch sind Frauen allgemein unterbezahlt, unterrepräsentiert und werden mit vielen Hindernissen konfrontiert. Dazu gehört etwa auch der Zugang zu Finanzdienstleistungen. Die Weltbank meldet ein erschütterndes Kreditdefizit von jährlich 300 Milliarden Dollar für kleine und mittlere Unternehmen, die von Frauen geführt werden. Ohne Kapital ist es fast unmöglich, ein Unternehmen zu gründen und am Laufen zu halten. Doch wenn die von Frauen geführten Kleinst- und Kleinunternehmen florieren, verbessern sich ihre Lebensgrundlagen. Ist das gegeben, so können sie wieder in ihre lokalen Gemeinden investieren. Aus diesem Grund hat Visa die „She's Next-Initiative“ ins Leben gerufen und arbeitet gemeinsam mit dem International Trade Center (ITC) an der „She Trades-Initiative“.

She's Next unterstützt Frauen auf der ganzen Welt. Die Initiative bietet Zugang zu Bildung, Mitteln und Dienstleistungen, die von Frauen geführten Unternehmen – und den Gemeinden, in denen sie tätig sind – zum Erfolg verhelfen. Darüber hinaus unterstützt die Visa Foundation mit einem Zuschuss von 20 Millionen Dollar das Women's World Banking. So ermöglicht sie 10 Millionen Frauen den Zugang zu finanziellen Mitteln und hilft 1,5 Millionen von Frauen geführten Kleinst- und Kleinunternehmern, ihr Vermögen zu vermehren. Das gibt Frauen die Fähigkeit, die Kontrolle über ihre Haushaltsfinanzen zu übernehmen.

Die She Trades Initiative wird von Visa und einer Kooperation der Welthandelsorganisation und der UNO unterstützt. Bis 2021 wird sie drei Millionen von Frauen geführten Unternehmen den Einstieg in den Export ermöglichen. Diese innovative Partnerschaft wird Unternehmerinnen darin bestärken, neue Kunden zu erreichen und ihr Unternehmen zu vergrößern. Sie hilft ihnen, sich an globale Wertschöpfungsketten anzuschließen. Das Wirtschaftswachstum wird durch ihr Unternehmertum unterstützt.

3. Verantwortungsvoller Konsum

Verbraucher konsumieren immer nachhaltiger. Beispielsweise entscheiden sich Konsumenten in den nordischen Ländern immer öfter gegen Flüge. Anlass dafür ist der Aufruf zum Handeln für den Schutz des Planeten. Dies deckt sich mit den Daten von Swedavia, das 10 Flughäfen in Schweden betreibt, die im Jahr 2019 einen Rückgang der Passagierzahlen verzeichneten. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass sich der Konsum in den USA verändert. Der Absatz von nachhaltig vermarkteten Konsumgütern in den USA ist laut dem Sustainability Market Share Index des NYU Stern Center for Sustainable Business mehr als fünfmal so schnell gewachsen wie der von traditionell vermarkteten Waren.

Was motiviert Verbraucher noch stärker zu nachhaltigerem Verhalten und zum Konsum nachhaltigerer Produkte? Ein besserer Einblick in ihre aktuellen und geplanten Ausgaben könnte sicherlich helfen. Digitale Tools ermöglichen es künftig jedem Einzelnen, die eigene CO2-Bilanz auf der Grundlage seiner Ausgaben zu berechnen und zu begrenzen. Durch die Zusammenarbeit mit NGOs, Händlern und Banken haben wir die Möglichkeit, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Und die erhobenen Daten weltweit leicht und konsistent verfügbar zu machen.

Seit 60 Jahren hat Visa eine Mission: Die Welt soll durch unser globales Netzwerk verbunden werden. Wir machen es zu unserer Aufgabe, Privatpersonen, Unternehmen und Volkswirtschaften zum Erfolg zu verhelfen. Dieses Ziel hat immer eine Partnerschaft mit Regierungen, Banken, Händlern, NGOs und vielen anderen Interessengruppen erfordert. Wir glauben, dass die Umsetzung der Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030 nur durch Partnerschaften möglich sein wird. Und wir sind entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen. Indem wir Daten-Insights bereitstellen, können wir Einzelpersonen, Unternehmen und Gemeinden zum Erfolg verhelfen. Darüber hinaus setzen wir unsere Marke, unser globales Netzwerk und unsere Expertise im Zahlungsverkehr ein, damit Volkswirtschaften florieren können. 

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